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2010 Bericht über Piso Firme im Monat August

Unsere Projektleiterin in Santa Cruz, Maribel Añez ist wieder von einem längeren Aufenthalt in Piso firme zurück. Es wurde aus zweierlei Gründen Zeit, die lange Reise dorthin wieder einmal zu unternehmen.

Erstens erforderten beunruhigende Nachrichten einen Besuch dort, um festzustellen, ob sich etwas auch unser Projekt betreffendes verändert hat oder ob alles seinen Gang weitergeht. Offenbar ist glücklicherweise Letzteres der Fall. Piso Firme liegt sehr weit entfernt von den Brennpunkten der politischen Auseinandersetzung und wir hoffen, daß es so bleibt. Ihre Gespräche mit allen für uns wichtigen Leuten haben ergeben, daß alles so ist wie bisher, und daß auch in Beziehung zu

SIMBIOSIS –M.u. N. das Verhältnis zu den „Comunitarios“ ungestört ist. Maribel hat einen kurzen Bericht geschickt, den ich in seinen Hauptzügen im folgenden wiedergebe: "Ich beziehe mich auch auf Piso Firme und die gesamte Umgebung.

Landbesetzer gibt es hier nicht und die Leute vom Dorf haben mir versichert, daß man illegale Landnahmen zu verhindern wisse und es wird zum Glück auch nicht viel abgebrannt. Was mich freute ist, daß die Leute vom Nationalpark, die in unserer unmittelbaren Nachbarschaft ihr Haus haben, (obwohl es nur wenige für diesen großen Nationalpark sind) sehr aufpassen, daß keine Flussschildkröten und andere Tiere gewildert werden. Sie sagten mir, es gebe Strafen bis zu zehn Jahren Gefängnis dafür. Früher konnte ich öfter Leute mit Schildkröten und Schildkröteneiern sowie Jäger beobachten. Das habe ich jetzt nicht gesehen.

Es gibt etwas  sehr Reizvolles und Eindrucksvolles auf unserem Grundstück mit den Cabañas. An der Flussuferböschung wohnen in einer Höhle Londras (Riesenotter, pteronura brasiliensis, eine hochgefährdete und seltene Säugetierart, Anm. K.Braunert), die vier Junge haben, die soviel Lärm wie Kinder beim Spielen machen. Man sieht sie aber gewöhnlich nur aus der Ferne, denn im Morgengrauen verlassen sie ihre Höhle und durchqueren den Fluss zur andere Seite, wo sie mehr Fisch finden.

Nun zu den anstehenden und begonnenen Arbeiten: Der Aussichtsturm im Urwald ist noch nicht fertig. Der Mann, der ihn gebaut hat, ist zwischendurch krank gewesen und es fehlt ein Dach als Unterstand und falls man dort übernachten möchte.  Wenn das erledigt ist, lasse ich auch die restlichen Schilder dort aufstellen, die wir noch haben.

In dieser Jahreszeit sehen die Bäume auf unserem Gelände sehr trocken aus, aber man erkennt schon die Knospen der neuen Blätter. Wie meistens nach längerer Zeit, muß ich berichten, daß die Dächer der Cabañas sehr schadhaft sind. Ich schlage vor, daß wir sie mit „Duralit“ (große Dachplatten im Dachziegel - Look) aus decken lassen. Das hält ewig."

Dafür, daß wir das nicht schon von Anfang gemacht haben, zahlen wir das Lehrgeld dafür, daß wir falsch beraten wurden, die Palmdachblätter schöner aussehen und unseren Vorstellungen von „Öko“ entsprechen. Letzteres ist aber nur dann richtig, wenn man solche Dächer selbst deckt, selbst ständig ausbessert und nicht dafür bezahlen muß. Soviel zu Neuigkeiten aus Piso Firme.


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